Graz ist aktuell noch die größte Bauerngemeinde Österreichs. Doch dieses „noch“ ist entscheidend. In einer stark wachsenden Stadtregion stehen landwirtschaftliche Nutzflächen unter massivem Druck. Gerade die fruchtbarsten Böden geraten zunehmend ins Visier von Verbauung, weil Bauland wirtschaftlich deutlich lukrativer ist als Ackerland.
Dabei geht es um mehr als Flächen: Es geht um regionale Lebensmittelversorgung, Klimaschutz und die Frage, wie Stadtentwicklung nachhaltig gestaltet wird.
Bauen oder anbauen? Eine klare Haltung ist nötig
Der Zielkonflikt zwischen Wohnen und Landwirtschaft, zwischen Zersiedelung und Versorgungssicherheit, lässt sich nur mit einer klaren politischen Haltung lösen. Landwirtschaftliche Flächen sind keine Reserveflächen, sondern ein zentraler Bestandteil einer zukunftsfähigen Stadt.
Eine zeitgemäße Raumplanung kann Tradition und Zukunft verbinden: Sie schützt bestehende Betriebe, sichert regionale Lebensmittelproduktion und sorgt dafür, dass Graz auch langfristig über lokale Produkte des täglichen Bedarfs verfügt.
Die nächsten Schritte für den Schutz der Landwirtschaft
Mit der Lebensmittelstrategie wurde bereits eine wichtige Grundlage geschaffen. Darauf aufbauend folgen nun die entscheidenden nächsten Schritte:
- die Erarbeitung eines Sachprogramms Landwirtschaft,
- verbindliche Rahmenplanungen im Stadtentwicklungskonzept (STEK),
- sowie entsprechende Festlegungen im Flächenwidmungsplan (FLÄWI).
So werden landwirtschaftliche Flächen langfristig gesichert und vor weiterer Versiegelung geschützt.
Der Nutzen
Für die Stadt bedeutet der Schutz landwirtschaftlicher Flächen einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz, Versorgungssicherheit, sozialer Gerechtigkeit und einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung. Gleichzeitig bleiben wertvolle, unversiegelte Kultur- und Naturräume erhalten.
Für die Bürger:innen bringt das mehr Bewusstsein für regionale Lebensmittel, stärkere Naturverbundenheit, weniger Zersiedelung und kurze Wege. Lokale Produkte werden greifbar – oft direkt von Bäuerinnen und Bauern, die man persönlich kennt.