Graz hat beste Voraussetzungen, um zur Fahrradhauptstadt Österreichs zu werden. Die kompakte Stadtstruktur, das günstige Klima, eine aktive Radkultur und der hohe Studierendenanteil machen das Fahrrad zu einem idealen Verkehrsmittel im Alltag. Mit der Radoffensive Graz 2030 haben Stadt und Land dafür eine klare Grundlage geschaffen: 100 Millionen Euro Investitionen in den Radverkehr und das Ziel, den Radanteil am Modal Split auf 30 Prozent zu erhöhen.
Einheitliche Orientierung auf Hauptradrouten
Ein zentrales Element für mehr Radverkehr ist eine klare und gut verständliche Orientierung im Straßenraum. Im Rahmen der Radoffensive wurde daher ein neuer steiermarkweiter Standard für Hauptradrouten entwickelt. Dieses Fahrradleitsystem kombiniert Bodenmarkierungen und Hinweistafeln und wurde bereits 2021 im Masterplan der Radoffensive festgeschrieben. In mehreren Gemeinden der Graz-Umgebung ist das System bereits erfolgreich im Einsatz.
Umsetzungsschritte in Graz
In Graz erfordert die Einführung besondere Sorgfalt. Daher wird zunächst eine praxisnahe Minimalvariante umgesetzt: Auf dem Innenstadt-Radring (Hauptradroute 0) werden neue blaue Bodenmarkierungen angebracht, die unterhalb der bestehenden Radpiktogramme platziert sind. Sie zeigen die Nummer der Route und einen Richtungspfeil und ersetzen langfristig die bisherigen gelben Markierungen.
Diese neue Beschilderung leitet Radfahrer:innen gezielt durch die Innenstadt, entlastet stark frequentierte Abschnitte wie die Schmiedgasse und macht neue, hochwertige Radwege – etwa entlang des Joanneumrings, der Raubergasse, der Kaiserfeldgasse und der Neutorgasse – besser sichtbar.
Ausbau auf weitere Hauptradrouten
In den kommenden Jahren sollen weitere Hauptradrouten entstehen und mit dem neuen Leitsystem ausgestattet werden, etwa in Richtung St. Peter–Raaba–Grambach oder Mariatrost. So wächst Schritt für Schritt ein übersichtliches, zusammenhängendes Radnetz für die gesamte Stadt.
Der Nutzen
Für die Stadt stärkt ein einheitliches Fahrradleitsystem den Radverkehr und den Umweltverbund insgesamt. Es macht Investitionen in Radinfrastruktur besser nutzbar und unterstützt den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad.
Bürger:innen können sich besser mit dem Rad orientieren. Außerdem ist das Fahrradleitsystem ein Beitrag zur Entlastung der Schmiedgasse.