Graz galt lange als Feinstaubhochburg Europas. Hauptverursacher waren und sind vor allem der Straßenverkehr, Hausbrand sowie industrielle Emissionen. In den vergangenen Jahren konnte die Luftqualität verbessert werden – unter anderem durch den Ausbau der Fernwärme und den Rückgang von Festbrennstoff-Öfen. Auch veränderte Wetterlagen haben zeitweise zur Entlastung beigetragen. Doch klar ist: Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus.
An nebeligen und bewölkten Wintertagen werden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO₂) und Feinstaub vielerorts nur knapp eingehalten. Künftige, strengere EU-Luftqualitätsstandards ab 2030 stellen die Stadt vor zusätzliche Herausforderungen. Überschreitungen bei Stickstoffdioxid treten bereits heute – unabhängig vom Wetter – immer wieder auf.
Klare Strategie für bessere Luft in Graz
Um die Luftqualität nachhaltig zu verbessern, setzen wir auf ein Bündel an wirksamen Maßnahmen:
1. Fernwärmeoffensive ausbauen
Saubere Wärme ist ein zentraler Hebel für bessere Luft. Deshalb treiben wir den weiteren Ausbau der Fernwärme konsequent voran. Ziel ist es, möglichst viele Haushalte an klimafreundliche und emissionsarme Heizsysteme anzuschließen.
2. Verkehr reduzieren und Alternativen stärken
Der motorisierte Individualverkehr ist einer der Hauptverursacher von Stickoxid- und Feinstaubemissionen. Wer die Luft verbessern will, muss den Autoverkehr gezielt reduzieren.
Deshalb:
- Ausbau und Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs
- Stärkung von Rad- und Fußverkehr
- Umsetzung der Stadt der kurzen Wege
- Maßnahmen wie Parkraumbewirtschaftung, Reduktion von KFZ-Spuren und Tempolimits
Jede Maßnahme, die den Autoverkehr verringert, wirkt sich direkt positiv auf die Luftqualität aus.
3. Mehr Grün für bessere Luft
Bäume filtern Schadstoffe, binden CO₂ und verbessern das Mikroklima. Deshalb pflanzen wir zusätzliche Bäume im Stadtgebiet und fördern private Begrünungsmaßnahmen – etwa durch Unterstützungen für Stadtbäume, Fassaden- und Dachbegrünungen.
Verantwortung übernehmen – trotz begrenzter Zuständigkeit
Die rechtliche Zuständigkeit im Rahmen des Immissionsschutzgesetzes Luft (IG-L) liegt beim Land Steiermark. Dennoch wird auf städtischer Ebene alles umgesetzt, was möglich ist. Klar ist aber auch: Ohne zusätzliche Maßnahmen auf Landes- und Bundesebene wird es langfristig nicht ausreichen.
Spätestens mit Inkrafttreten der strengeren Grenzwerte wird das Thema wieder massiv an Bedeutung gewinnen – inklusive einer erneuten Debatte über weitergehende Instrumente wie eine mögliche City-Maut.
Der Nutzen sauberer Luft
Für die Stadt bedeutet bessere Luft mehr Lebensqualität und eine höhere Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort.
Für die Bürger:innen heißt saubere Luft mehr Gesundheit, weniger Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, mehr Wohlbefinden – und letztlich eine höhere Lebenserwartung.