Mehr sichere Schutzwege für Graz: Zufußgehen stärken und Barrieren abbauen

Wer zu Fuß unterwegs ist, braucht sichere Querungen. Schutzwege sind eines der sichtbarsten Zeichen dafür, dass Fußgänger:innen im Straßenraum ernst genommen werden. Mit dem Masterplan Gehen und der Einrichtung einer Fußgänger:innen-Beauftragten wurde eine klare strategische Grundlage geschaffen, um das Zufußgehen in Graz sicherer und attraktiver zu machen.

Ein zentraler Hebel dabei: mehr sichere und barrierefreie Schutzwege.

Schutzwege sind mehr als Zebrastreifen

Neue Schutzwege schaffen Sicherheit und vermitteln Wertschätzung gegenüber all jenen, die zu Fuß unterwegs sind. Werden bestehende Schutzwege aufgelassen, sorgt das besonders bei älteren Menschen, Eltern mit Kindern oder Menschen mit Behinderungen für große Verunsicherung. Viele Grazer:innen fordern daher zusätzliche Querungsmöglichkeiten – oder setzen sich vehement für den Erhalt bestehender ein.

Gleichzeitig ist die Umsetzung komplexer, als es auf den ersten Blick scheint:

  • Sicherheit geht vor: Gute Beleuchtung, ausreichende Auftrittsflächen, freie Sichtbeziehungen und gegebenenfalls Mittelinseln sind notwendig, um Schutzwege wirklich sicher zu machen.
  • Zuständigkeiten beachten: Auf Landesstraßen liegt die Entscheidung beim Land Steiermark, auch wenn die Stadt sich an den Kosten beteiligt.
  • Technische Richtlinien (RVS): Neue Schutzwege werden derzeit meist erst ab einer bestimmten Querungsfrequenz empfohlen. Eine vorausschauende, angebotsorientierte Planung braucht hier klare politische Prioritäten.
  • Straßenbahnquerungen: Entlang von Straßenbahnlinien werden häufig nur mehr signalisierte Schutzwege mit Druckknopfampel genehmigt – ohne politische Initiative droht hier der Verlust bestehender Querungen.

Trotz dieser Herausforderungen wird konsequent daran gearbeitet, neue Schutzwege zu ermöglichen und bestehende qualitativ zu verbessern.

Qualität verbessern und gezielt neue Querungen schaffen

Neben der Errichtung neuer Schutzwege liegt ein Schwerpunkt auf der barrierefreien Gestaltung, besserer Beleuchtung und großzügigeren Warteflächen. So werden bestehende Querungen komfortabler und sicherer.

Ein positives Beispiel ist der neue Schutzweg in der Rösselmühlgasse: Seit Jahren gefordert, mittlerweile umgesetzt – und heute stark genutzt. Das zeigt, wie groß der Bedarf ist und wie sehr sichere Querungen den Alltag erleichtern.

Der Nutzen

Für die Stadt bedeutet jeder sichere Schutzweg eine Stärkung des Fußverkehrs und einen wichtigen Beitrag zum Umweltverbund.

Für die Bürger:innen verkürzen Schutzwege Wegezeiten, bauen Barrieren ab und erhöhen Sicherheit und Komfort im Alltag. Gerade für Kinder, ältere Menschen und mobilitätseingeschränkte Personen sind sie unverzichtbar.