Verkehrsberuhigung in Graz: Mehr Sicherheit und Lebensqualität

Graz gilt seit den 1990er-Jahren als Vorreiterin der Verkehrsberuhigung. Mit der flächendeckenden Einführung von Tempo 30 wurde früh ein wichtiger Schritt für mehr Verkehrssicherheit gesetzt. Heute zeigen internationale Beispiele wie Barcelona mit seinen Superblocks, Paris mit großflächiger Begrünung oder Helsinki mit Tempo 20/30 und Vision Zero, wie konsequente Verkehrsberuhigung Städte lebenswerter macht.

Auch in Graz wächst der Wunsch nach ruhigeren Straßen. Viele Menschen fordern für ihr Wohnumfeld weniger Durchzugsverkehr, geringere Lärmbelastung, saubere Luft und mehr Platz für Zufußgehende und Radfahrende. Diese Anliegen spiegeln sich deutlich in den Forderungen der Bezirke wider.

Klare Zielgebiete im Mobilitätsplan Graz 2040

Der Mobilitätsplan Graz 2040 (MP2040) definiert insgesamt 29 Zielgebiete der Verkehrsberuhigung. Diese Gebiete sollen vom motorisierten Individualverkehr grundsätzlich nur noch für Ziel- und Quellfahrten genutzt werden. Bauliche und verkehrsorganisatorische Maßnahmen sorgen dafür, dass Durchzugsverkehr vermieden wird und die Straßen primär der Erschließung dienen.

Als prioritäre Zielgebiete sind festgelegt:

  • Innenstadt inklusive Annenviertel
  • Körblergasse
  • Andritz rund um den Hauptplatz
  • Harmsdorf-ORF-Viertel
  • Rudersdorf
  • Gries

Auch aus weiteren Stadtteilen, etwa vom Ruckerlberg, gibt es klare Forderungen nach mehr Verkehrsberuhigung.

Schrittweise Umsetzung mit Beteiligung

In mehreren Zielgebieten laufen bereits konkrete Maßnahmen oder Vorbereitungen:

  • In der Innenstadt wurde mit dem Neutorviertel ein umfassender Verkehrsberuhigungsprozess gestartet.
  • Im ORF-Viertel beginnt ein groß angelegter Beteiligungsprozess, der tausende Haushalte einbindet.
  • In Andritz eröffnen geplante Gleissanierungen am Hauptplatz neue Möglichkeiten für eine Neugestaltung.

Verkehrsberuhigung erfordert immer ein ausgewogenes Gesamtkonzept. Einschränkungen für den Autoverkehr müssen gut geplant und transparent kommuniziert werden, um Akzeptanz zu schaffen und gleichzeitig die Lebensqualität spürbar zu verbessern.

Der Nutzen

Für die Stadt bedeutet Verkehrsberuhigung attraktivere Innen- und Stadtteilzentren, einen wichtigen Beitrag zum Modal Shift und eine Stärkung des Umweltverbunds.

Für die Bürger:innen bringt sie mehr Verkehrssicherheit, weniger Lärm, bessere Luft und deutlich mehr Lebensqualität. Aktive Mobilität wird gefördert – und die Stadt wird ruhiger, gesünder und lebenswerter.