Frauenpolitik ist mehr als ein einzelnes Thema – sie berührt unseren Alltag, unsere Sicherheit und unsere Zukunft. Ob geschlechtergerechte Stadtplanung, sichtbare Zeichen wie Straßenumbenennungen oder konsequenter Schutz von Frauen im digitalen Raum: In Graz setzen wir Schritt für Schritt Initiativen, die zeigen, was Gleichstellung ganz konkret bringt. Für mehr Respekt, mehr Sichtbarkeit und ein gutes, sicheres Leben für alle Frauen in unserer Stadt.
Geschlechtergerechte Stadtplanung: Eine Stadt für alle
Unter Vizebürgermeisterin Judith Schwentner gestalten wir eine Stadt, die alle Menschen im Blick hat. Geschlechtergerechte Stadtplanung bedeutet für uns: sichere und gut beleuchtete Wege, kurze Distanzen im Alltag, barrierefreie Zugänge und eine starke soziale Infrastruktur in Wohnortnähe. Wir orientieren uns an der tatsächlichen Alltagsmobilität – mit vielen kurzen Wegen, Öffi-Nutzung und Platz für Fuß- und Radverkehr – und beziehen unterschiedliche Nutzer:innen aktiv in Planungen ein. So schaffen wir mehr Sicherheit, Fairness und Lebensqualität für Graz – direkt vor der Haustür.
Graz fördert Frauenarbeit
Die Stadt Graz stärkt Frauenarbeit und investiert 395.000 Euro in Beratung, Schutz, Bildungs- und Empowerment-Angebote für Frauen – von Gewaltprävention über psychosoziale Beratung bis zu Bildungsprogrammen. Damit sichern wir ein starkes Netzwerk, das Frauen in schwierigen Lebenslagen unterstützt und Gleichstellung aktiv voranbringt. Graz übernimmt Verantwortung, damit Selbstbestimmung, Schutz und Teilhabe nicht vom Geldbeutel abhängen, sondern wohnortnah und verlässlich verfügbar sind.
Sicherung Antidiskriminierungsstelle
Hass im Netz trifft vor allem Frauen und hat oft das Ziel, sie mundtot zu machen. Hier leistet die Antidiskriminierungsstelle Steiermark mit der Ban-Hate-App wichtige Arbeit. Die war aber durch die Kürzungen des Landes Steiermark gefährdet. Die Blau-Schwarze Landesregierung hat alle Förderungen für die Antidiskriminierungsstelle gestrichen. Die Stadt Graz sprang ein und sicherte den Mindestbetrieb der Stelle.
KI-Missbrauch stoppen!
KI darf nicht zur Waffe für sexualisierte Gewalt werden. Mit einer Petition im Gemeinderat fordern wir den Bundesgesetzgeber auf, gegen KI-Systeme vorzugehen, die ohne Einwilligung sexualisierte oder manipulierte Bilder von Frauen und Kindern erzeugen und verbreiten. Löschen allein reicht nicht – es braucht wirksame gesetzliche Maßnahmen bis hin zur Sperre solcher Anwendungen, weil der Schutz von Frauen und Kindern auch im digitalen Raum oberste Priorität haben muss. Fortschritt darf nicht auf Kosten von Sicherheit, Würde und Menschenrechten gehen.
Mehr Frauen im Grazer Stadtbild
Straßen, Plätze und Parks prägen unser tägliches Stadtbild – und erzählen, wen wir als Gesellschaft ehren. In Graz sind diese Geschichten bis heute überwiegend männlich. Frauen, die die Stadt in Politik, Wissenschaft, Kultur, Pflege oder im Widerstand geprägt haben, bleiben oft unsichtbar. Die Grazer Stadtregierung hat daher bereits im letzten Regierungsprogramm klar festgelegt: Neubenennungen von Straßen und Plätzen sollen bis auf Weiteres ausschließlich nach Frauen erfolgen.
Mehr Mittel für den Grazer Frauenrat
Lange Jahre wurde der Frauenrat von der unabhängigen Frauenbeauftragten geleitet. 2014 wurde allerdings auf politischer Ebene entschieden, die Einrichtung der Unabhängigen Frauenbeauftragten einzustellen. Der Frauenrat konnte sich nur durch das ehrenamtliche Engagement seiner Mitglieder über die vergangenen Jahre retten. Die Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ hat 2021 versprochen, dem Frauenrat wieder Ressourcen zu geben – und Wort gehalten: Seit 1. März 2023 stärkt Anna Majcan als Sprecherin und Geschäftsführerin die politische, unabhängige Arbeit des Frauenrats.
Peri-Boxen: Kostenlose Menstruationsartikel in Grazer Schulen
Mit den sogenannten „Peri-Boxen“ werden an Grazer Mittelschulen kostenlose Menstruationsartikel wie Binden und Tampons in diskreten Boxen auf den Schultoiletten bereitgestellt. Ziel ist es, Schülerinnen die Teilnahme am Unterricht und am Schulalltag ohne finanzielle Sorgen zu ermöglichen und Periodenarmut entgegenzuwirken.
Awareness-Konzepte auf Grazer Veranstaltungen
Wir wollen sichere Veranstaltungen für alle. Auf Grüne Initiative werden in Graz verpflichtende Awarenesskonzepte bei öffentlichen Veranstaltungen ab 300 Personen geprüft. Geschulte Ansprechpersonen, klare Verhaltensregeln und sichtbare Meldestellen sollen helfen, Übergriffe zu verhindern und rasch zu reagieren. Als Menschenrechtsstadt trägt Graz Verantwortung, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich insbesondere Frauen, LGBTQ+ Personen und andere vulnerable Gruppen sicher und respektiert fühlen können.
Karenz für Gemeinderätinnen
In Graz wurde 2024 eine Karenzregelung für Mandatar:innen eingeführt. Sie ermöglicht eine Auszeit bei Schwangerschaft oder Geburt mit zeitlich begrenzter Nachbesetzung, um die Vereinbarkeit von Familie und Kommunalpolitik zu verbessern. Zuvor gab es keine geregelte Möglichkeit für Karenz. So wird die politische Tätigkeit als Gemeinderätin familienfreundlicher und Schwangerschaft wird nicht zu einem Nachteil in der Karriere.